Geschichten und Gschichtla aus der Heimat

Sonntagsschule

Am Sonntagvormittag gingen wir drei Geschwister und einige Nachbarskinder regelmäßig zu einem Bauernhaus in der Nähe. Dort erwarteten uns die Töchter einer Bauerswitwe. Sie erzählten uns biblische Geschichten, sangen mit der Gitarre und wir lernten christliche Lieder. Zum Schluss bekamen wir ein Kärtchen mit einem Bibelspruch. Am nächsten Sonntag...

Eishockey

„Es Eis aufm Wehr hält! Mir kenna Hockie spelln“ Ein Junge brachte die Nachricht eines Morgens mit zur Schule. „Ejich hous gestern probiert“ sagte er noch. Er wohnte in der Nähe des Stauwehres. Früher, als es noch richtig kalte Winter im Frankenwald gab, war die Selbitz manchmal schon im Dezember...

Ski fohrn

Ski fohrn

„Frau Sommermann derfn mer mol in die Werkstatt, mir missten an unere Schiern noch wos machen. Daham ka Werkzeig dezou“. Die Mutter kannte die beiden. „Vo mir aus, obber passt auf, daß nex passiert“, sagte sie, sperrte das Tor auf und ließ sie an die Werkbank, nicht ohne sie...

Vorfenster

Die Vorfenster

„Vadder, ich denk, mir sollten die Vorfenster eisetzen, es werd kalt draußen“. Wenn die Mutter das sagte, wussten wir Kinder: Die Advents- und Weihnachtszeit naht. Die Vorfenster lagerten im Sommer in der Hütte und waren markiert. So sah der Vater, welches Fenster in welche Fensteröffnung gehört. Fenster mit Isolierglas...

Der Hütejunge

Der Hütejunge

„Kumm rei, dou schnell essen, du mißt heit die Keji hejitn“. Das ist Frankenwalddialekt und bedeutet: Ich komme von der Schule heim, die Mutter hat schon das Essen bereitgestellt, dann soll ich die Kühe auf die Wiese bringen und hüten. Das war im Herbst 1946 und ich war gerade mal...

Die Nachtwanderung

Die Nachtwanderung

„Wu gemmer denn heit hie?“ fragt die Ilse. „No, ich hou gedacht, mir genga mal ins Froschbachtal bis zur Quelle nauf“, schlägt der Heinz vor und zeigt seine Wanderkarte. Wir, das war eine Jugendgruppe aus einem Frankenwalddorf, die sich nach dem Gottesdienst vor der Kirche traf. Das war 1957....

D’r Wejichmacher

Fast täglich begegneten wir uns. Ich auf dem Fahrrad zur oder von der Arbeit, er mit seinem zweirädrigen Karren mit den Werkzeugen. Säge, Axt, Besen, Schaufel, Kotbrücke, Eimer, Sand, Splitt, Teer, konnte ich im Vorbeifahren erkennen. Die Landstraße zwischen Marxgrün und Naila war der Abschnitt, den er zu pflegen...